
Heute möchte ich einmal über meine neu entdeckte Liebe zu Bücherschränken schreiben. Ich finde das Konzept von Bücherschränken einfach genial. Seit ich sie für mich entdeckt habe, gehe ich selten mit leeren Händen nach Hause. Vor allem sehr beliebte Bücher und Klassiker (nach denen ich ja für diesen Blog immer auf der Suche bin) kann man dort besonders häufig finden. Teilweise häuft sich sogar ein und dasselbe Buch in verschiedenen Bücherschränken in unterschiedlichen Städten. Da ich sowieso ein großer Fan vom gebraucht statt neu Kaufen bin, sind Bücherschränke für mich der ultimative Ort, um mir Bücher zu beschaffen, statt Geld für Neue auszugeben oder in die Bücherei zu fahren, was ja momentan auch nicht ganz unkompliziert ist.
Überhaupt haben bereits verwendete Bücher einen ganz eigenen Charme. Ich frage mich immer, wer das Buch wohl vor mir bereits gelesen hat, wo es vielleicht schon überall gewesen ist… Ab und zu findet man noch persönliche Notizen und Widmungen in den Büchern, letztens fiel mir eine Feder daraus entgegen. Und manchmal findet man eben auch besondere Schätze – Bücher, die man so wohl online nicht bekommen würde, weil sie in dieser Ausgabe nicht mehr erscheinen. Oder man entdeckt erst Bücher, von denen man zuvor nie gehört hat, die sich aber dennoch als lesenswert herausstellen.

Und zu guter Letzt eignen sich Bücherschränke natürlich nicht nur zum Sammeln von Büchern, sondern auch zum Abgeben. Schließlich muss man ja auch wieder neuen Platz im Regal schaffen. So entsteht eine besonders umweltfreundliche und geistig anregende Form des Austauschs, die ich einfach wunderbar finde. Scheinbar geht es damit auch nicht nur mir so. Ich habe die Beobachtung gemacht, dass sich Bücherschränke immer größerer Beliebtheit erfreuen, was sicherlich auch ein Stück weit mit der aktuellen Krisensituation zu tun hat. Egal in welcher Stadt ich mich gerade aufhalte, sehe ich Menschen um die Bücherschränke herumstehen und stöbern oder kann beobachten, wie gerade Nachschub geliefert wird.

Ich kann durchaus für mich sagen, dass ich seit der Krise mehr lese. Allerdings beschränkt sich das aktuell stark auf die Texte und Bücher, die ich für die Uni lesen muss. Dadurch kommt das private Lesevergnügen im Moment leider etwas kurz. Glücklicherweise gibt es nun aber eine Überschneidung – für ein Seminar sollten wir Eichendorff’s ,,Aus dem Leben eines Taugenichts“ lesen, welches auch Teil meiner Liste ist. Somit wird davon wohl auch mein nächster Post handeln.
Habt ihr auch das Gefühl, dass seit der Corona-Krise wieder mehr gelesen wird? Lest ihr selbst vielleicht auch mehr seitdem? Und was haltet ihr von Bücherschränken, nutzt ihr sie häufig oder eher gar nicht? Habt ihr vielleicht schon mal etwas Interessantes oder Kurioses in einem Buch gefunden, das ihr euch ausgeliehen oder aus einem Bücherschrank geholt habt?
2 Kommentare zu „Exkurs: Bücherschränke“